Keine Vetternwirtschaft

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karx11erx
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Keine Vetternwirtschaft

Postby karx11erx » Sun Dec 07, 2008 10:12 pm

Interessante Geschichte.

In einem fränkischen Dorf war bei einer Bürgermeisterwahl der Verlierer nur um eine Stimme unterlegen. Nach einem "anonymen" Hinweis wurden die Wahlzettel nochmal überprüft und einer gefunden, den man mit einigem Augenzudrücken als unzulässig qualifizieren konnte, weil zwar bei einem Kandidaten ein deutliches Kreuz gemalt war, beim anderen aber ein einzelner Strich. Ist natürlich nicht schwer rauszufinden, dass beim Ausfüllen dieses Zettels zuerst versehentlich beim falschen Kandidaten angefangen, der Fehler nach dem ersten Strich bemerkt und dann beim gewünschten Kandidaten ein Kreuz gesetzt wurde. Der Wahlzettel wurde also für ungültig erklärt, und nach dem gültigen Wahlrecht wurde nunmehr, da Stimmengleichstand, per Los entschieden - und der andere wurde Bürgermeister.

Die beiden Kandidaten waren heute im ZDF bei "Menschen 2008" zu Gast. Auf die Frage, ob der Wahlleiter mit dem Nutzniesser der Aktion verwandt sei, lautete die Antwort "nein". Gesetzlich scheint das auch korrekt. Der Gefragte präzisierte aber der Wahlleiter sei der "Sohn des Bruders des Mannes meiner Mutter". Das ist eine interessante Antwort, denn warum so kompliziert? Deshalb hat sie auch meine Neugier geweckt, und ich fing an zu überlegen:

"Mann der Mutter" -> Vater
"Bruder des Vaters" -> Onkel
"Sohn des Onkels" -> Cousin

Tja, und der Cousin ist auf gut Deutsch der Vetter. Braucht man nicht mehr dazu zu sagen.

Schon interessant, dass das nach dem Gesetz keine Verwandschaftsbeziehung ist, die für derartige Vorfälle Bedeutung hätte. Wer auf dem Dorf lebt oder aufgewachsen ist, weiss es besser.

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